Ablauf des Schützenfestes

Während für die meisten Bücker Bürger das Schützenfest mit den musikalischen Klängen zur Wachabnahme am Dienstagabend beginnt, hat die Wache mit diesem Tag bereits einen Großteil ihres Programms absolviert. So gehen der Wachabnahme drei Übungsabende voraus, die traditionell an den vorherigen Wochenenden abgehalten wurden.

Heutzutage finden die Übungen auf dem Gelände der Firma Stührmann statt, was den Vorteil eines großen - und bis auf kleine Ausnahmen - ebenen Exerzierplatzes bietet. Durch die über den Hof gespannte Elektrik, lässt sich auch hervorragend der Simultanschrei "Achtung Girlande.... hipp, hipp, hurra" einüben, der beim Schützenfest während des Unterquerens einer Girlande lauthals ausgebracht wird. Üblicherweise werden Präsentiergriffe, Wachablösungen, die Einführung neuer Kameraden und das Marschieren üben auf dem Stührmannsch'en Gelände in der Zeit zwischen acht Uhr und neun Uhr abends erledigt, bevor es zum gemütlichen Beisammensein in eine der Bücker Lokalitäten (Pizzeria Romana, Bäckerei & Café Habermann, Gasthaus Thöle oder Schießstand) geht.

In den folgenden Stunden bis 0 Uhr wird durch blendende Stimmung, etwas Bier und ein wenig Schnaps sowie einige - vom Vorsänger Carl Ottermann (Aktualisierung des WacheWebTeams: derzeitiger Vorsänger ist Jens Habermann)- angestimmte Bücker Volkslieder viel Kurzweil erzeugt. Durch einen kleinen Imbiss gestärkt, geht es dann im Marschschritt von der Gaststätte zu mehreren Honoratioren im Dorf, die ihrerseits flüssige und feste Nahrung anbieten.

Nach diesem Programm darf es nicht verwunderlich erscheinen, wenn die Wachkameraden am folgenden Tag nicht viel bewirken, müssen sich doch ihre Füße vom Marschieren erholen.

Nach diesen drei Übungsabenden, denen Kameraden nur aus wichtigen Gründen fernbleiben dürfen, steht zusammen mit dem Spielmannszug die Wachabnahme beim Leutnant an. Die Wachabnahme findet stets am Dienstag vor dem Schützenfest statt. Strengen Auges wird hier der Ausbildungszustand der Truppe überprüft und die Wache danach für das Schützenfest zugelassen. Bisher verlief die Ausbildung auf einem so hohen Stand, dass alle Kameraden die "Rekrutenprüfung" bestanden haben. Allerdings waren des öfteren schon Ausfälle von Neumitgliedern nach den Wachabenden zu beklagen, so musste sich sogar ein Ex-Kamerad kurzfristig mehre Tage krankmelden.

Nach dem Besuch beim Leutnant ziehen sich Wache und Spielmannszug auf den Schießstand zurück, um untereinander den Wachkönig auszuschießen. Dieser muss Schützenfestsonntag die Karussellfahrt für Wache und Spielmannszug bezahlen. Ist der Wachkönig proklamiert und das letzte Bier geleert, wird zum Spiegeleieressen aufgebrochen. Danach klingt der Abend aus.

Nach dem dienstfreien Mittwoch tritt die Wache am Donnerstag um 18 Uhr vor dem Wachlokal an, um vor dem König und den Chagierten zu präsentieren, die es sich dann ja auch nicht nehmen lassen, eine kleine Runde zu schmeißen. Zwischendurch werden beim Hauptmann Posten aufgezogen. Um 19 Uhr gliedern sich Wache und Spielmannszug dem Schützencorps an und haben außer dem Stellen der Zeltposten, bis zum Rückmarsch vom Hestern keine gesonderten Aufgaben mehr. Auf dem Rückweg vom Hestern zum Dorfkern werden die vier schlechtesten Schützen vom Wachkönigschießen als Fackelträger abgestellt. Löst sich dann der Umzug nach dem traditionellen Zapfenstreich auf, sammeln sich Spielmannszug, Königsrott und Wache, um den noch amtierenden König nach Hause zu bringen. Anschließend nehmen die Mitglieder des Spielmannszuges und der Wache das Frühstück ein. Danach wird sich zu Haus für das Wecken vorbereitet.

Erneutes Treffen für die Weckrunde durchs Dorf ist das Wachlokal Habermann um 4 Uhr, wobei die vorher bezahlten 40 DM (Aktualisierung des WacheWebTeams: 25 Euro) der Kameraden, die es zum Wecken nicht geschafft haben, feierlich vom Kassierer für die Wachkasse eingezogen werden. Die anschließende Runde geht durch große Teile des Dorfes, wobei an verschiedenen Verpflegungsstationen angehalten wird, um flüssige und feste Nahrung aufzunehmen. Am Ende der Weckrunde muss ein jeder nach Hause spurten, um pünktlich um 7 Uhr vor dem Wachlokal zu erscheinen.

Es werden jetzt Königs- und Hauptmannsposten aufgezogen. Wieder beim Wachlokal angekommen, geben sich einmal mehr König und Chagierte die Ehre und nach dem Abschreiten der Ehrenfront erneut einen aus. Danach gliedern sich Wache und Spielmannszug wieder am Marktplatz in die Schützengemeinschaft ein, wo auch die anderen Kameraden eintreffen, die beim Hauptmann und dem König Posten gestanden haben. Das Postenstehen sowie der Schutz des Königs und die Bewachung der Scheibe sind zentrale Aufgaben der Wache, daher sondern sich auch zwei Kameraden vom Schützenumzug ab, um Posten vor dem Zelt zu beziehen, bevor der Umzug am Festplatz eintrifft. Die Wache betritt das Zelt mit dem Spielmannszug als letzte Einheit, beginnt dann aber als erste das Schießen.

Nach dem Schießen wird der Tag bei Sekt verbracht, bis der neue König zur Proklamation feststeht. Zwei Kameraden beziehen dann vor dem neuen Königshaus Posten und präsentieren. Nach dem Anbringen der Scheibe beteiligt sich die Wache bei Edeka am Rollmopsessen, womit der offizielle Teil des Freitags ausklingt.

Der nächste Teil wird erst am Sonntag um 12 Uhr eröffnet, wenn Spielmannszug und Wache wieder vor dem Wachlokal zur Abnahme bereit antreten. Nach der kompletten Abnahme marschieren beide zum Marktplatz, um am Ummarsch des Schützencorps teilzunehmen. Am Festplatz angekommen, marschiert die Wache wieder zuletzt aufs Zelt. Etwas später findet der althergebrachte Elefantentanz statt, der zum witzigen Spektakel der Platzbesucher wird. Später am Tag gibt dann der Wachkönig seine Karussellrunde für Spielmannszug und Wache aus. Damit enden die wachspezifischen Aufgaben des Schützenfestes.....

 

Quelle: Kapitel "Ablauf Schützenfest" von Jan - Dirk Lücke aus der Wachchronik "100 Jahre Bücker Wache"