Die Wachhabenden

Die Wachhabenden führen die Wache und erfüllen alle wachorganisatorischen Aufgaben vor, während und nach unserem beliebten Schützenfest. Dem Wachhabenden steht ein Stellvertreter zur Seite, der während der Übungsabende mit den Aufgaben der Wache vertraut gemacht wird. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Stellvertreter oftmals kurzfristig einspringen müssen, z. B. 1982 Gerhard Ahrens für Ernst August Habermann oder 1985 Wilhelm Bödecker für Gerhard Ahrens.

Das größte Problem der Wachhabenden ergibt sich zu fortgeschrittener Stunde, die Wache unter Kontrolle zu halten und die Disziplin zu bewahren. Bei unseren Nachforschungen wurde uns einhellig bestätigt, das allen bisherigen Wachhabenden dieses hervorragend gelungen ist. Ein wesentliches Instrument, welches sich der Wachhabende bedienen kann, ist der Strafgeldkatalog.

Der Strafgeldkatalog wird von jedem Wachmitglied respektiert, denn auf einer Wachfete das Strafgeld zu vertilgen, erfreut sich großer Beliebtheit. Es war zum Teil sehr schwierig, alle bisherigen Wachhabenden zu ermitteln. Besonders die Jahre 1901 bis 1939 erwiesen sich als sehr schwer, da es kaum Aufzeichnungen aus dieser Zeit gibt. Die Protokolle der Generalversammlungen des Schützencorps wurden seinerzeit sehr dürftig geführt und Zeitzeugen aus dieser Zeit gibt es leider nur noch sehr wenige.                                                                                                                      

Somit konnten wir nur von Ernst August Habermann und von alten Fotos unsere Informationen erlangen. Ernst August Habermann gilt unser Dank, da er die alten Protokollbücher des Schützencorps für die Chronik anlässlich der 1.100 Jahr Feier durchgearbeitet hat und uns die für uns wichtigen Informationen zukommen ließ.

Als sicher gilt, dass der Schneidermeister Fritz Siemers der 1. Wachhabende gewesen ist.Fritz Siemers war ein engagierter Zeitgenosse, der sich ständig  für Belange im Flecken Bücken einsetzte. Seinem Einfallsreichtum ist es zu verdanken, dass die Wache beim Bürgerschießen im Jahre 1901 teilnehmen durfte. Die Teilnahmebedingungen waren sehr streng. Am Ausmarsch zum Königsschießen konnte nur jemand teilnehmen, der auch einen „eigenen Schornstein“ besaß. Somit war es den jungen Bücker Bürgern nicht möglich am Königsschießen teilzunehmen. Fritz Siemers und einige andere „Bücker Jungs“ hatten beantragt, am Ausmarsch teilnehmen zu können und verpflichteten sich dafür die Wache und Posten zu stellen, die Fahne zu bewachen und die Fahne auch wieder ordnungsgemäß zum Standort zurückzubringen. Dieser Antrag wurde vom Gemeinderat am 27.06.1901 angenommen.

Wir wissen von Fritz Siemers (Enkel des 1. Wachhabenden, heute wohnhaft in Nordholz 23), dass sein Opa es mehrfach in Gesprächen erwähnte, dass er der 1. Wachhabende gewesen ist..

Nach dem 2. Weltkrieg wurde ab 1950 wieder Schützenfest gefeiert, der 1. Wachhabende nach dem 2. Weltkrieg war Willy Homfeld.

Chronologische Auflistung der Wachhabenden

1901 - 1904    Fritz Siemers, Schneidermeister, wohnhaft am Marktplatz - Marktstr. 12,    wurde 1904 König und verließ somit die Wache.

1905 - 1913    Otto Ruf, wohnhaft in der Blankenseestraße.

1914 - 1919    Keine Schützenfeste, wegen des 1. Weltkrieges.

           1920     Fand aufgrund schlechter Kassenlage kein Schützenfest statt.

1921 - 1923    Johann Wilkens wohnhaft in der Blankenseestr.

1924 - 1925    Johann Kortum, wohnhaft in der Feldstraße

1926 - 1929    Johann Honsbrock, wohnhaft am Hestern, Johann Honsbrock war nach dem

2.Weltkrieg auch Leutnant im Schützencorps.

1930 - 1933    Fritz Meyer, Malermeister wohnhaft am Hestern, heutige Hofstelle

                        Dagmar Kallbach, Heidestr. 18.

1934 - 1938    Johann Winters, Schornsteinfegermeister, wohnhaft in der Bruchstraße 30

                        bei Familie Obermeyer.

           1939    Fritz Hoffmeyer, wohnhaft in der Ostertorstr. 3

1940 - 1949    Keine Schützenfeste aufgrund des 2. Weltkrieges.

1950 - 1953    Willy Homfeld, wohnhaft in der Duddenhäuser Str. 5 in Bücken

1954 - 1958    Karl Heinz Krebs, Malermeister, wohnhaft in der Bahnhofstraße 3

1959 - 1972    Heinz Otte, wohnhaft in der Bruchstraße 48.

1973 - 1983    Ernst August Habermann, wohnhaft in der Winterstraße 2

1984 - 1993    Gerhard Ahrens, wohnhaft in der Heidestraße 23, heutiger Hauptmann

1994 - 2001    Andreas Leiding, wohnhaft in der Hoyaer Str. 9

2002 - 2008   Lars Grasmeder, wohnhaft in der Kapt.-Koldewey-Straße 20

seit 11/2008   Tobias Albers                                                      

Artikel aus der Chronik "100 Jahre Bücker Wache" geschrieben von Uwe Brandt